Zecken entfernen ist nicht ohne. Während unser liebster Vierbeiner fröhlich draußen herum springt und spielt, sammelt er neben ganz nebenbei auch so manchen ungeliebten Weggefährten mit auf: Zecken. Die Zecke an sich ist dabei nicht schädlich, sie dient jedoch als Überträger verschiedenster Krankheiten und kann – wenn sie falsch entfernt wird – ernsthafte Schäden hinterlassen. Zecken entfernen ist deshalb ein Thema, mit dem sich jeder Hundehalter kurz oder lang befassen muss.

Zecken sind Überträger von Borreliose auf Hund und Mensch

In Waldgebieten trägt etwa jede fünfte Zecken den Spirochaeta burgdorferi Erreger in sich. Er führt zur Borreliose, einer  Infektionskrankheit welche deutschlandweit verbreitet ist. Zu beachten ist, dass neben Tieren auch Menschen an der Lyme-Borreliose erkranken können. Zur „Zielgruppe“ gehören also nicht nur Hunde sondern auch wir. Während bei uns die Borreliose an ringförmigen Verfärbungen der Haut erkennbar ist, kann der Ausbruch der Infektion bei Hunden auf Grund des dichten Fells nur sehr schwer diagnostiziert werden. Es ist deshalb äußerst wichtig, Zecken möglichst frühzeitig zu entfernen, weil dann die Chance besteht, dass die Erreger möglicherweise noch nicht in das Nervensystem des Hundes vorgedrungen sind.

Borreliose beim Hund – Symptome

Borreliose beim Hund ist allegemein schwierig zu diagnostizieren. Wie auch beim Menschen, wirkt Borreliose auf die Gelenke des Hundes und kann dort zu schmerzhaften Schwellungen führen. Die Stelle des Zeckenbisses kann Juckreiz verursachen und sich entzünden. Sofern Sie eine Zecke entfernt haben, sollten Sie sich die Stelle genau merken. In einigen Fällen wird weniger Appetit und erhöhte Temperatur / Fieber festgestellt. Außerdem sind häufig Schwellungen der Lymphknoten festzustellen.

 

Zecken entfernen – Methoden

Es gibt eine Reihe von Methoden, alle haben ihre Vor- und Nachteile. Das „Drehen“ ist wohl die weit verbreiteste Methode, hierbei wird die Zecke durch eine Drehbewegung aus der Haut des Hundes entfernt. Nachdem Zecken jedoch kein Gewinde haben, ist diese Methode zeitgleich auch die umstrittenste.

Richtig Zecken entfernen beim Hund

Zunächst sollten Sie Ihren Hund beruhigen und für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Es kann auch helfen, eine weitere Person zu bitten, den Hund festzuhalten. Er sollte nämlich keine ruckartigen Bewegungen machen weil dann die Zecke verletzt werden könnte. Beide sollen ruhig und heil bleiben: Hund und Zecke. Wird die Zecke nämlich verletzt, kann durch den Speichel der Zecke der Krankheitserreger in das Blut des Hundes gelangen.

Damit das Entfernen besonders gut gelingt, können Sie eine „Zeckenzange“ nutzen. Diese gibt es für wenige Euro zu kaufen, die Zange greift zwischen Haut und Körper der Zecke und greift diese, ohne dabei die Zecke zu zerdrücken. Die Zecke bleibt heil und der Speichel in der Zecke. Nachdem Sie die Zecke vollständig entfernt haben, töten Sie diese. Einfaches zertreten reicht jedoch häufig nicht, Zecken sind sehr wiederstandsfähig.

Tipp zum Zecken töten: die Zecke zwischen ein Stück Papier klemmen und auf einer harten Unterlage mit einem harten Gegenstand (z.B.  Zeckenzange) über die Zecke fahren und diese zerdrücken.

Nach dem Entfernen der Zecke können Sie die Stelle mit Wunddesinfektionsmittel reinigen. Herkömmliche Jodsalbe oder Wund- und Heilsalbe aus dem Verbandskasten helfen hierbei.

Schnell sein

Sie ahnen es: die Zeit drängt. Je schneller Sie die Zecke beim Hund entfernen, desto geringer ist das Risiko einer Erkrankung. Der Borreliose Erreger wird erst nach einem Tag von der Zecke übertragen, oftmals benötigt die Zecke auch etwas Zeit, das richtige „Plätzchen“ zu finden. Deshalb ist das tägliche Absuchen Ihres Hundes äußerst wichtig und kann ihn aber auch Ihre Familie vor einer schweren Borreliose Erkrankung schützen.