Räum dein Leben auf

Gesünderes Essen, ein besserer Job, coolere Freunde, mehr Geld – Räum dein Leben auf – ist es wirklich so einfach? Wir zeigen dir Optionen, Möglichkeiten und Wege wie du dein Leben strukturieren kannst. Los geht’s!

Lesezeit: 4 Minuten

 

Eigentlich wollte ich Lehrer werden. Vielleicht wegen der vielen Ferien, bestimmt aber wegen der Kinder. Ich mag Menschen. Planung und Durchführung von Jugendfreizeiten waren ein erster Schritt dorthin. Es folgte eine Ausbildung, Studium, unterschiedliche Projekte und heute bin ich IT Trainer in der Erwachsenenbildung. Dran bleiben lohnt sich, denn nur wer konsequent handelt, erreicht seine Ziele. Wie auch in meinem Beispiel nicht immer auf dem direkten Weg. Umwege gehören zum Leben.

 

Wenn das Ziel zur Qual wird

Doch weil wir von manchen Zielen einfach nicht ablassen können und diese wehement, geradezu verbohrt anpeilen, verpassen wir Chancen und verbauen uns Wege. Wir halten oft an alten Dingen und etablierten Vorgehensweisen fest. Klammern uns somit an Pfade, die auch in der Vergangenheit schon nicht das gewünschte Resultat gebracht haben. Je stärker wir Träumen und Hoffnungen hinterher jagen, desto größer wird später die Enttäuschung.

Wichtig ist es deshalb, Ziele zu haben und diese regelmäßig zu prüfen. Bin ich noch auf dem richtigen Weg? Ist das Ziel noch realistisch? Wer mit 50 gesund und attraktiv aussehen möchte, kann das zweifelsohne schaffen. Wer jedoch mit 50 noch das Ziel verfolgt, jung und frisch wie 20 auszusehen, wird zwangsläufig enttäuscht. Der Leidensdruck unrealistischer Ziele erhöht sich und die Zielerreichung entfernt sich Jahr für Jahr. Bevor ein Ziel also zur Gewohnheit wird, solltest du dieses gründlich und regelmäßig in Frage stellen.

▶︎ Fazit: Ziele sind gut, so lange sie realistisch sind.

 

Räum dein Leben auf mit Scrum

Agile Projekte und Scrum liegen voll im Trend. Unmöglich geglaubtes wie Elon Musk’s Space X Rakete werden mit Scrum plötzlich Realität. Wie ist das möglich? Die agilen Projekte sind so erfolgreich, weil Ziele zwar als Vison bestehen, der Inhalt aber variabel bleibt. Auf diese Weise kann flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagiert werden. Die Vision wird in Teilziele herabgebrochen und daraus kleine Aufgaben abgeleitet. Die kleinsten Aufgaben umfassen gerade mal 30 Minuten während die größten Aufgaben maximal zwei Tage andauern. Überschaubare Ziele und viele kleine Teilaufgaben machen somit die Vision zur Realität.

Für dich bedeutet das, dass du zunächst deine Vision kennen musst. Ich will Freunde finden kann eine solche Vision sein. Darunter kannst du Ziele definieren. Zum Beispiel:

  • Reflektion: Welche Freunde habe ich? Mit welcher Art Mensch komme ich am besten klar? Welche Freunde hatte ich? Welche sozialen Kontakte habe ich täglich / wöchentlich / gelegentlich? Wofür verwende ich meine Zeit?
  • An einer Veranstaltung teilnehmen. Welche Veranstaltungen kenne ich bereits? Diesen Monat möchte ich an zwei neuen Veranstaltungen teilnehmen die meinen Interessen entsprechen. > Veranstaltung finden
  • Ein neues Hobby finden und ausprobieren

Nimm dir pro Monat ein Ziel vor. In diesem Beispiel beginnen wir deshalb mit der Reflektion. Dieses erste Ziel überlegst du dir möglichst genau, damit du weißt was du diesen Monat erreichen möchtest. Anschließend brichst du das Ziel in kleine Aufgaben. Stelle sicher, dass alle Aufgaben machbar und in der gesteckten Zeit erfüllbar sind. Räum dein Leben auf indem du diese kleine Aufgaben konsequent erledigst. Am Ende des Monats bist du deiner Vision ein Stück näher.

▶︎ Fazit: Räum dein Leben auf indem du eine Vision definierst, monatliche Ziele setzt und daraus Aufgaben ableitest

 

Buchtipp Räum dein Leben auf

Lesetipp: Räum dein Leben auf

 

Warum scheitern unsere Vorsätze?

OK, die Sache mit den kleinen Zielen hast du vielleicht schon mal irgendwo gehört. Ziele setzt du dir jedes Jahr an Silvester weil man das so macht. Trotzdem bist du nicht häufiger zum Sport, trotzdem ist die Ernährungsumstellung nicht geglückt, die Work-Life-Balance genauso schlecht wie im Vorjahr.

Warum scheitern unsere Vorsätze immer und immer wieder? Wir scheitern, weil unser Körper es so will. Tatsächlich treffen wir täglich rund 20.000 Entscheidungen. Ohne aktiv darüber nachzudenken, drücken wir die Schlummer Taste beim Aufstehen. Die Entscheidung, noch 10 Minuten zu dösen bedeutet weniger Zeit im Bad. Nur schnell die Zähne putzen und frisch machen statt gemütlich Duschen – die nächste Entscheidung. So beginnt unser Tag und zieht eine Kette von Entscheidungen und Konsequenzen mit sich. Die Masse dieser Entscheidungen fällen wir auf Grund von Gewohnheiten. Es handelt sich also um Routinen, die wir im Laufe der Jahre gelernt haben. Exakt aus diesem Grund fällt es uns so schwer, gewohnte Pfade zu verlassen.

▶︎ Fazit: Wer sein Leben aufräumen möchte, muss also vor allem mit alten Gewohnheiten brechen.

 

 

Die Macht der Gewohnheit

Alles Routine

Die Masse der Entscheidungen fällen wir also unbewusst basierend auf Routinen. Sie laufen automatisch ab, kosten unserem Gehirn weder Kraft noch Leistung. Das, was wir bereits kennen und können, fällt uns besonders leicht. Gelingt es uns also, die neuen Vorsätze in Gewohnheiten zu gießen, fallen uns diese ebenfalls automatisch leicht. Dies ist auch der Grund, weshalb manche Menschen scheinbar „von alleine erfolgreich“ sind oder permanent Glück haben. Die jüngsten Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass es diesen Menschen gelungen ist, für sie positive Routinen in den Alltag zu integrieren.

▶︎ Fazit: Routinen steuern uns. Es kostet Energie sie zu ändern aber es lohnt sich langfristig.

 

 

Räum dein Leben auf mit Spaß

So ein Sixpack wäre wirklich schön. 10 kg abnehmen sollte ich schon diesen Monat. Es sind Ziele die definitv nachvollziehbar sind. Der Anblick schlanker Menschen motiviert und schnell ist die Vision „Abnehmen“ definiert. Leider scheitern wir trotzdem oft an der Umsetzung weil die Lust fehlt. Motivation und Lust sind eben doch zwei Seiten der Medallie. Aus den besten Vorsätzen wird nichts, wenn wir sie rein aus logischen Gründen tun und der Spaß fehlt.

Ich bin ein Mensch, der einfach nicht gerne joggt. Ich kann es nicht gut, es macht mir keinen Spaß. Ich könnte mir deshalb noch so viele Ziele setzen und Lauftermine für jeden Donnerstag einstellen – ich würde immer eine Ausrede finden um nicht laufen zu müssen. Besser ist es deshalb, Alternativen zu finden mit denen du dich anfreunden kannst. Statt joggen gehe ich rudern. Rudern ist ebenfalls anstrengend, verbrennt Kalorien und die Wahrscheinlichkeit, damit mein Ziel zu erreichen um ein vielfaches höher.

Nehmen wir an, du möchtest neue Kontakte knüpfen und es war dir bisher eine Qual mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen. In so einem Fall wähle ein anderes Mittel, einen anderen Ort oder andere Gesprächstechniken.

▶︎ Fazit: Du musst dich wohl fühlen, es muss dir Spaß machen was du tust, weil du nur dann langfristig deine Routinen in den Griff bekommst.

 

 

Learning by doing

Du kennst nun die Gefahren (Routinen, alte Verfahrensweisen) und die Lösungen (Spaß / Scrum). Wenn du mit Scrum arbeitest, hast du gesteckte Zeitfenster von zum Beispiel einem Monat. Es ist wichtig, dass du dir diese Zeiten fest im Kalender notierst. Überlege dir zu Beginn genau welches Ziel du im nächsten Zeitfenster erreichen möchtest. Reflektiere am letzten Tag des Zeitfensters deine Ergebnisse. Habe ich alles geschafft? Was ist mir leicht gefallen? Was habe ich gelernt? Worin kann ich besser werden? Es mag banal klingen, aber diese Form der Reflektion ist unglaublich wichtig. Learning by doing heißt aus Fehlern lernen. Fehler sind sogar hilfreich, sie garantieren den größten Lerneffekt wenn wir sie bewusst wahrnehmen. Niemand muss sein Zeil auf dem kürzesten Weg erreichen.

▶︎ Fazit: Räum dein Leben auf indem du dir Zeit für Feedback und Reflektion nimmst. 

 

2 Kommentare

  1. Peter

    Guter Ansatz. Meistens nehme ich mir zu viel vor oder formuliere es nicht genau genug. Müsste mal abnehmen. Naja, daraus wird dann natürlich nix. Wenn es genauer oder mit festen Tagen definiert ist, klappt das sicher besser. Und die Geduld natürlich, die fehlt eh…

  2. 80s-Jan

    Sowohl mit großen Vorsätzen scheitern als auch mit kleine Zielen ein großes erreichen kenne ich aus Erfahrung. Sehr cooler Bericht mit sehr sinnvollen und wahren Ratschlägen. Danke!

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