Stöckchen holen – dem Hund apportieren lernen

Die Frage die wir heute klären möchten ist, wie kann ich meinem Hund apportieren beibringen? Denn praktisch jeder Hundefreund findet es toll, wenn beim Spaziergang der Vierbeiner voller Freude Bälle, Spielzeug und Stöckchen holen kann. Dem Hundebesitzer macht’s Spaß und gleichzeitig hat der Hund mehr Bewegung. Apportieren ist also für beide Seiten interessant: Hund und Herrchen. In diesem Artikel erfährst du also, wie du dem Hund Tricks beibringen kannst aber auch welche Gefahren lauern und wie du vorbeugen kannst.

Was heißt apportieren

Apportieren kommt aus der Jagd, ist französisch (von apporter) und bedeutet „herbeibringen“. Als der Hund noch in erster Linie Jagdhund war, sollte er dem Jäger helfen, indem er das vom Jäger erschossene Wild auf den Befehl „apporter!“ herbeiholte.
Den meisten von uns Hundebesitzern geht es heute nicht mehr um die Jagd, sondern eher den Spaß daran, ihm etwas beizubringen und den Vierbeiner sinnvoll zu beschäftigen. Die Technik, wie man dem Hund apportieren beibringen kann, ist jedoch die gleiche wie damals.

Dem Hund Tricks beibringen

Neben Stöckchen holen und Tennisbälle suchen kann man dem Hund auch eine ganze Reihe sinnvoller Dinge beibringen. Etwa, die leere PET Wasserflasche zur Kiste mit dem Leergut bringen, die Zeitung holen oder dass er beispielsweise die Hundeleine auf Befehl (z.B. „Leine“) bringt, wenn du mit ihm spazieren gehen möchtest.
Jedem Hund kann man Tricks beibringen. Manche Hunde bringen rassespezifische Eigenschaften mit und sind so von Natur aus schneller im Erlernen der Tricks (z.B. Schnauzer / Riesenschnauzer / Border Collie / Golden Retriever / Pudel / Mischling), prinzipiell kann aber jeder Hund Tricks lernen.

Tipp: Du bist der Rudelführer und bestimmst wann und wie lange trainiert wird. Wichtig ist deshalb, dass DU die Übung beginnst und sie auch beendest, weil du damit deinem Hund signalisierst, dass du der Chef bist. Du allein hast die Macht über Spielsachen und Futter. Das ist ein wichtiges Kriterium und Voraussetzung für generell alle Tricks, die du deinem Hund beibringen möchtest.

Hund apportieren lernen in 3 Schritten:

Das brauchst du:
Du benötigst einen Gegenstand, den der Hund apportieren soll. Der Gegenstand sollte für den Hund gut tragbar, groß genug und nicht spitz sein. Ein Hartgummiball bietet sich an oder ein Hundespielzeug.
Hunde lernen am schnellsten mit Futter. Deshalb benötigst du eine kleine Menge an Lieblingsfutter bzw. Leckerli. Überlege dir einen Begriff, auf den der Hund hören soll. „Bring’s“ oder „hol’s“, „get it“ sind Beispiele für Hundebefehle, du kannst natürlich auch ein eigenes Kommando wählen. Der Begriff sollte sich gut rufen lassen.
Außerdem benötigst du einen Begriff für das fallen lassen des Spielzeugs, z.B. „aus“, „ab“ oder „lass“. 
Hinweis: die gewählten Begriffe müssen sich von anderen Befehlen, die du verwendest, deutlich unterscheiden.

  1. Lasse deinen Hund neben dir Platz nehmen oder leine ihn an. Zeige ihm nun, wie du das Spielzeug mit etwas Hundefutter einreibst. Ziel ist, dass der Hund Interesse am Spielzeug gewinnt und es unbedingt haben möchte. Wenn du fertig bist, gebe dem Hund ein kleines bischen vom Futter, damit er den Geschmack spürt und noch mehr davon möchte.
    Dein Hund ist jetzt schon ganz heiß und sprichwörtlich „auf den Geschmack gekommen“.
  2. Wenn du spürst, dass dein Hund unbedingt mehr will, dann wirf den Gegenstand ein Stück in die Blickrichtung des Hundes. Dann rufst du den gewählten Suchbegriff „bring’s“ und lässt den Hund hinterher rennen.
  3. Sobald er den Gegenstand aufgenommen hat, lobst du ihn und lockst ihn wieder zu dir. Das hat er so toll gemacht, dass du ihm hierfür ein extra großes Lob aussprichst, ihn streichelst und eines der vorbereiteten Leckerlis gibst. Hierfür wird er den Gegenstand aus dem Maul fallen lassen und das ist deine Chance, ihm den zweiten Befehl zum loslassen beizubringen. Genau in diesem Moment, wo dein Hund den Gegenstand ablässt, sagst du „aus“ (oder den Begriff den du dir dafür überlegt hast). Anmerkung: das richtige Apportieren endet mit Übergabe des Gegenstandes in die Hand des Herrchens.

Lerneffekt beim Hund

Der Hund verknüpft sehr schnell, dass er eine Belohnung erhält, wenn er den Gegenstand zurück bringt. Gleichzeitig lernt er die beiden neuen Befehle. 
Wiederhole die Übung so lange, bis der Hund zuverlässig den Gegenstand zurück bringt. Spiel mit unterschiedlichen Gegenständen und in unterschiedlichem Gelände.

Tipp: Hunde spielen zwar gerne mit Tennisbällen, diese sind für Hunde jedoch ausdrücklich nicht zu empfehlen. Die Fasern lösen sich, außerdem sind die Bälle schlecht für das Gebiss des Hundes. Empfehlung ist deshalb Hundespielzeug oder ein Hartgummiball diese können Sie für ca. 7,- Euro hier bestellen.

Den Hund etwas bringen lassen

Variation macht Spaß. Lasse deinen Hund einen Gegenstand suchen, zum Beispiel sein Lieblingsspielzeug, indem du das Hundetraining etwas variierst: lasse deinen Vierbeiner an den Wegrand setzen („sitz und bleib“) und gehe ein paar Meter weiter. Dann legst du den Gegenstand so ab, dass ihn dein Hund noch sehen kann und gehst anschließend zurück zu deinem Hund. Mit dem bereits trainierten Begriff „hol’s“ wird dein Hund aufspringen und den Gegenstand holen und zu dir bringen!
Lobe ihn tüchtig und belohne ihn mit einem besonderen Goody (Käsewürfel, getrockeneter Fisch). Auch diese Übung kannst du variieren, indem du z.B. den Gegenstand am Wegrand ablegst, dann einen kurzen Spaziergang zusammen mit Hund fortführst und ihn dann auf Befehl „bring’s“ das abgelegte Spielzeug suchen und bringen lässt. Dies ist eine gesteigerte Übungsvariante für trainierte Hunde.

Tipp: gib einen alten Tennisball in einen Strumpf und knote diesen zu. Es ist ein super Wurfgeschoss und macht dem Hund Spaß, weil es weit fliegt und topst.

Hund apportieren beibringen Golden Redriver Stöckchen holen

Dem Hund apportieren beibringen am Beispiel Golden Retriver

Hund apportieren beibringen

Jeder Hundehalter sollte seinem Hund apportieren lernen, weil es die menthalen und physiologischen Fähigkeiten des Hundes fördert. Darüber hinaus wird die Mensch-Hund-Beziehung und der Zusammenhalt gestärkt, außerdem schärft es das Rollenverständnis Mensch / Hund. Genau genommen handelt es sich beim Stöckchen holen nicht um eine Apportierübung, weil der Stock häufig direkt aus dem Maul entnommen und sofort wieder geworfen wird – das Ablegen entfällt.

Dem Hund apportieren beibringen ist sinnvoll, dennoch gibt es Punkte, die zu beachten sind. Denn obwohl „Stöckchen holen“ sehr beliebt ist und zur gefühlt weitverbreitetsten Form des apportierens gehört, so gefährlich ist es auch. Zum einen besteht eine sehr große Gefahr von Verletzungen der Schnauze und des Maul Innenraums, etwa durch abgebrochene Stöckchen / Äste und scharfkantige Bruchstellen. Diese können unmittelbar oder infolge zu schweren Entzündungen des Hundes führen und werden nur selten erkannt.

Hund apportieren beibringen – es klappt nicht

Daneben gibt es noch ein ganz anderes Problem: als Hundehalter hast du keine Kontrolle über den Abbruch der Übung, weil sich dein Hund einfach das nächste Stöckchen selbst suchen kann oder das Geworfene im Wald liegen lässt. Besser ist es deshalb, einen speziellen Wurfgegenstand zu nutzen. Hierfür bieten sich z.B. gefüllte Juttesäckchen, ein Kong oder ein verknoteter Strumpf an. Diese Gegenstände sind weich, lassen sich gut werfen – sogar mit Futter füllen – vor allem beugst du aber den genannten Verletzungen vor.

Breche das Hundetraining ab, bevor dein Vierbeiner die Lust verliert, weil es ein wichtiges Signal für den Hund ist, dass das Training mit einem positiven Ende abgeschlossen wird. Lobe den Hund übermäßig und belohne ihn mit Leckerli, so dass er spürt, dass er heute etwas ganz besonderes geleistet hat.

Fazit

Hund apportieren beibringen gelingt jedem. Du brauchst nur etwas Geduld und Spaß an der neuen Herausforderung! Wir wünschen dir viel Erfolg!